Ein neues Web-Projekt steht an. Die erste Frage ist nicht “welche Technologie?”, sondern “wer baut es?“. Die Antwort entscheidet über Zeitplan, Budget und vor allem über das, was nach dem Launch passiert. Drei Modelle stehen zur Wahl — und jedes hat klare Stärken und klare Schwächen.
Freelancer — der direkte Kontakt mit den geringsten Overhead-Kosten
Vorteile: Niedrigere Tagessätze als Agenturen (typisch 500–1.000 € vs. 800–1.500 €), direkter Kontakt mit der ausführenden Person, hohe Flexibilität bei kleinen Änderungen.
Nachteile: Eingeschränkte Skills-Tiefe — ein Freelancer ist selten Designer, Entwickler, SEO-Experte und Texter gleichzeitig. Urlaubs- und Krankheitsausfälle sind nicht abgefedert. Bei komplexeren Projekten oder Multikanal-Anforderungen entsteht entweder eine Freelancer-Kette (mit Koordinationsaufwand bei Ihnen) oder ein Engpass.
Ideal für: klar umrissene Aufgaben, kleinere Websites, einzelne Sprints, kurzfristige Engpässe bei einer bestehenden Mannschaft.
Agentur — Team-Skills mit höheren Tagessätzen
Vorteile: Mehrere Disziplinen unter einem Dach (UX, UI, Frontend, Backend, SEO, Projektleitung), Vertretungssicherheit bei Ausfällen, klare Prozesse, in der Regel rechtliche und buchhalterische Eindeutigkeit. Bei Audits und Reklamationen gibt es eine vertragliche Gegenstelle.
Nachteile: Höhere Tagessätze durch Overhead. Bei sehr kleinen Projekten lohnt sich der Aufwand nicht. Bei sehr großen Agenturen kann es passieren, dass Sie ein Junior-Team bekommen, das von einem Senior nur abgesegnet wird.
Ideal für: Unternehmens-Websites mit mehreren Disziplinen, mittelgroße Plattformen, Projekte mit langfristiger Wartungsabsicht, regulatorisch sensible Branchen.
Inhouse-Team — vermeintlich günstig, oft teurer als gedacht
Vorteile: Maximale Kontrolle, schnelle Iteration, tiefes Produktverständnis, langfristige Bindung des Wissens im Haus.
Nachteile: Personalkosten in Österreich sind hoch. Ein Senior Web Developer kostet Vollkosten inklusive Lohnnebenkosten und Infrastruktur typisch 90.000–130.000 € pro Jahr. Ein Mini-Team aus Designer + Frontend + Backend liegt schnell bei 300.000 € jährlich. Suche, Onboarding, Mitarbeiterbindung sind eigene Disziplinen.
Ideal für: Unternehmen, deren Produkt zentral aus Software besteht, mit hoher Änderungsfrequenz und langfristigem Bedarf. Für eine reine Marketing-Website rechnet sich Inhouse fast nie.
Eine pragmatische Entscheidungshilfe
- Projektdauer unter 1 Monat: meistens Freelancer.
- Projektdauer 1–6 Monate mit mehreren Disziplinen: Agentur.
- Dauerhafte Produktentwicklung mit täglichen Releases: Inhouse oder hybrides Modell.
- Hybrid (Inhouse + Agentur als Partner): oft die beste Lösung für mittelständische Unternehmen — internes Team für Strategie und Pflege, externer Partner für Spitzenbedarf und Spezialthemen.
Wir arbeiten in allen drei Modellen — als Agentur, als externer Partner für interne Teams und gelegentlich auch als Freelancer-Ersatz für klar umrissene Aufträge. Wenn Sie unsicher sind, welches Modell zu Ihrem Projekt passt, sprechen wir gerne 30 Minuten darüber. Ohne Vertriebsdruck, mit ehrlicher Empfehlung — auch wenn das Ergebnis ist, dass Sie keine Agentur brauchen.