Die Wahl der E-Commerce-Plattform ist eine langfristige Entscheidung. Ein Plattformwechsel kostet später schnell das Vielfache der ursprünglichen Einrichtung. Deshalb lohnt es sich, vor der ersten Demo ehrlich zu klären: Wie viele Produkte? Welche Zahlungsarten? Welche Versanddienstleister? Welche Buchhaltungs- und ERP-Schnittstellen? Brauche ich Mehrsprachigkeit, mehrere Länder, B2B-Funktionen?
Shopify — der schnelle Einstieg mit laufenden Kosten
Shopify hat sich zur Standardlösung für Direct-to-Consumer-Marken etabliert. Vorteile: Stabil, schnell aufgesetzt, riesiges App-Ökosystem, sehr gute mobile Performance, integrierte Zahlungsabwicklung (Shopify Payments) und Versand-Tools.
Nachteile: Laufende Gebühren (mindestens 36 €/Monat im Basic-Plan, deutlich mehr für Shopify Plus), Transaktionsgebühren wenn ein externer Payment Provider verwendet wird, eingeschränkte Datenbank-Anpassungen, manche Funktionen nur per Drittanbieter-App (mit eigenen Kosten). Wer monatlich 10 Apps zubucht, zahlt schnell 300+ € pro Monat zusätzlich.
Ideal für: Marken mit klarem Sortiment (10–500 Produkte), Fokus auf Marketing und Vertrieb, geringer Bedarf an Sonderfunktionen.
WooCommerce — die Open-Source-Lösung mit allen Freiheiten
WooCommerce ist ein Plugin für WordPress. Vorteile: Keine Lizenzgebühren, volle Kontrolle über Datenbank und Code, große Community, viele kostenlose und kostenpflichtige Erweiterungen, direkte Integration mit allen WordPress-Funktionen (SEO, Content, Multilingualität).
Nachteile: Hosting, Sicherheit und Performance liegen in eigener Verantwortung. Updates können Plugins brechen. Bei großen Produktkatalogen oder hohen Besucherzahlen wird das Setup schnell aufwändig. Backup- und Update-Strategie ist kein Bonus, sondern Pflicht.
Ideal für: Unternehmen mit bestehender WordPress-Site, Content-getriebene Shops, B2B-Setups mit individuellen Preisregeln, Multilingualität (mit WPML oder Polylang).
Custom Build — wenn die Standardlösungen am Limit sind
Eine individuelle E-Commerce-Plattform — etwa auf Basis von Medusa, Sylius oder als reine Eigenentwicklung — lohnt sich bei besonderen Anforderungen: Konfiguratoren, B2B-Marktplätze, Abo-Modelle mit ungewöhnlichen Regeln, tiefe ERP-Integration, viele Lager-Standorte.
Höchste Initialinvestition, aber keine Lizenzgebühren, keine Funktions-Kompromisse. Wichtig: Dokumentation und Wartungsverträge müssen sauber definiert sein.
Eine Faustregel zur Orientierung
- Erste 100.000 € Jahresumsatz, klare Produkte, schneller Start nötig → Shopify.
- Bestehendes WordPress, Content-Marketing wichtig, individuelle Regeln → WooCommerce.
- Spezielle Geschäftslogik, Skalierung über 5–10 Millionen Umsatz, eigene Entwicklungsabteilung → Custom.
Diese Faustregel ersetzt kein Beratungsgespräch — sie ist nur ein Einstieg. Wir bauen Shops auf allen drei Plattformen und empfehlen daher unabhängig die passende Lösung. Wenn Sie vor dieser Entscheidung stehen, schreiben Sie uns; wir nehmen uns 30 Minuten Zeit für ein Erstgespräch ohne Verkaufsdruck.